Samstag, 1. März 2008

Das Bildungskleeblatt - eine Sammlung bildungspolitischer Mythen

AZ vom 29.2.07 (Bild anklicken, so kann man die Lesbarkeit erhöhen)

Als Mythos Nr. 5 wäre noch anzufügen: Ein voll individualiserter Unterricht, der auf die Bedürfnisse der Schüler/innen ausgerichtet ist, löst Motivations- und Diziplinarprobleme und liefert generell bessere Schulleistungen. Diesen Anspruch haben in früheren Jahren schon die Religionen Gruppenarbeiten, programmierter Unterricht, Werkstatt- und Projektunterricht sowie andere erweiterte Lehr- und Lernformen für sich reklamiert. Mit dem Resultat, dass junge Lehrpersonen, die während der Hochblüte einer neuen Religion ausgebildet wurden, unsanft auf dem Boden des Schulalltages gelandet sind. "Was, schon wieder Gruppenarbeit??" Dass wir uns recht verstehen: Alle diese neuen Lehr- und Lernformen haben viele neue und gute Impulse für den Unterricht gebracht. Aber Ausgangspunkt ist immer die Klasse, nicht die Religion: Was heute mit einer Gruppe wunderbar funktioniert hat, kann morgen zu grosser Frustration führen: Individualisierter Unterricht kann leicht in Beliebigkeit abdriften: "Was soll ich zusätzlich arbeiten, wenn die geringere Leistung meines Kollegen genauso genügt"?

Keine Kommentare: