Dienstag, 4. März 2008

Situtation des Bildungswesens in Baselland im Lichte von HarmoS und Bidlungsraum NWCH...

Referat von Bea Fünfschilling, Präsidentin lvb (20.2.08)
(Das ganze Referat ist als pdf-Datei durch Anklicken des Titels abrufbar)

Zwei Auszüge:
"...unterstützt der LVB eine inhaltliche Harmonisierung der Volksschule, wie sie mit dem Deutschschweizer Lehrplan, gemeinsamen Lehrmitteln, einheiltichen Bildungsstandars, harmonisierten Referenztests und abgestimmten Sek I-Abschlüssen vorgesehen ist. Allerdings lassen die Informationen, die bis jetzt über die Arbeiten am Lehrplan durchsickern, grosse Zweifel aufkommen, ob die hohen Erwartungen je erfüllt werden können. Ebenso wenig überzeugt die zwischen den Kantonen immer noch nicht koordinierte Neuanschaffung von Lehrmitteln und zudem wird durch die unterschiedliche Fremdsprachenstaffelung dem zwar guten Ansinnen der inhatlichen Harmonisierung ein Riegel geschoben, zumindest bei den Refernztests nach der bisherigen sechsten Klasse. Am Ende der Volksschulzeit sollen ja alle Schülerinnnen und Schüler beide Sprachen gleich gut beherrschen und dies unabhängig von der Anzahl erteilter Lektionen. Das sind Vorstellungen, die von der Realität zwar schon längst widerlegt sind, aber weil sie die Probleme so sauber unter den Tisch wischen, Bestand haben werden.
Ebenso herrscht die Meinung, eine strukturelle Harmonisierung sei zwingend. Dabei würde die Beschränkung auf die vorhergehend dargelegte inhaltliche Harmonisierung den Kantonen einen Rest von Spielraum und Souveränität lassen...."

..."Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und Furchtlosigkeit sind also historisch gewachsene Basellandschaftliche Kultur, der übrigens auch der LVB zeit seines Bestehens ohne Zurückhaltung nachlebt. Genau so werden auch die andern Kantone ihre eigene gewachsene Kultur haben, welcher bei so einschneidenden Grossprojekten wie es ein Umbau der Schulsystems ist und bei denen Anpassungen an den Nachbarkonaton gefragt wären, viel zu wenig Rechnung getragen wird. So ist es nicht verwunderlich , wenn schon von Beginn weg von keiner Seite eine echte Bereitschaft da war, sich wirklich auf einen gemeinsamen Bildungsraum zu einigen. Lässt man auch die schlimmsten Ausrutscher wie Frühfremdssprachenstaffelung und Struktur und Dauer der Sekundarstufe I ausser Acht, ist immer noch offen, wo überhaupt Einigung erzielt werden wird."....

Montag, 3. März 2008

Die Dreigliedrigkeit ist unabdingbar

AZ vom 3.3.08, Kurt Fehr, Lenzburg
Antwort auf Bernhard Rauhs Artikel in der AZ vom 28.2.08:
"Das Restschulproblem muss gelöst werden."


Sonntag, 2. März 2008

Die Wohlfühlschule - Ursula von Arx im Magazin Nr. 6

Frau von Arx erzählt von einer gelungenen integrativ und individualisierend arbeitenden Primarschule, die seit rund zehn Jahren im Schulhaus Nordstrasse in Zürich bestens funktioniert. Lesenswert und beeindruckend. (Der Titel dieses Textes ist mit dem Artikel verlinkt.)
Die Leserbriefe dazu aus dem Magazin Nr. 9 zeigen, wie stark dieses Thema polarisiert. Frage: Warum greht man diesen Bedenken nicht auf den Grund? Statt Propagandaveranstaltungen wären vertiefte Auseinandersetzungen mit möglichen Fallstricken gefragt.

Zwei Auszüge aus Leserbriefen:
..."Allen voran: Der integrative und individualisierende Unterricht ist möglich und wirksam. Innerhalb dieser Unterrichtsform lernen schwache Schüler mehr, als wenn man sie separieren würde, und leistungsstärkere Kinder tragen keinen Schaden davon."
(Andrea Lanfranchi, Hochschule für Heilpädagogik, Zürich)
Immerhin: Man mutmasst keinen Schaden bei leistungsstärkeren Schülern... beruhigt?

...."Da ja die Oberstufe auch schon vom Integrationsvirus infiziert ist und sich zunehmend klar definierten Leistungszielen verweigert, wird die Wirtschaft mit ihren eigenen Auswahlkriterien und Tests dafür sorgen, dass diese pädagogischen Sandkastenspiele ad absurdum geführt werden. (Roland Popert, Ossingen)
....selbstverständlich wird ein Pubertierender akzeptieren, dass der Tischnachbar sein Leistungsziel mit der halben Arbeit erreicht hat und mit Freuden an seinen eigenen Leistungszielen arbeiten. Genauso, wie wir Erwachsene es im täglichen Leben auch halten...beruhigt?

Samstag, 1. März 2008

Das Bildungskleeblatt - eine Sammlung bildungspolitischer Mythen

AZ vom 29.2.07 (Bild anklicken, so kann man die Lesbarkeit erhöhen)

Als Mythos Nr. 5 wäre noch anzufügen: Ein voll individualiserter Unterricht, der auf die Bedürfnisse der Schüler/innen ausgerichtet ist, löst Motivations- und Diziplinarprobleme und liefert generell bessere Schulleistungen. Diesen Anspruch haben in früheren Jahren schon die Religionen Gruppenarbeiten, programmierter Unterricht, Werkstatt- und Projektunterricht sowie andere erweiterte Lehr- und Lernformen für sich reklamiert. Mit dem Resultat, dass junge Lehrpersonen, die während der Hochblüte einer neuen Religion ausgebildet wurden, unsanft auf dem Boden des Schulalltages gelandet sind. "Was, schon wieder Gruppenarbeit??" Dass wir uns recht verstehen: Alle diese neuen Lehr- und Lernformen haben viele neue und gute Impulse für den Unterricht gebracht. Aber Ausgangspunkt ist immer die Klasse, nicht die Religion: Was heute mit einer Gruppe wunderbar funktioniert hat, kann morgen zu grosser Frustration führen: Individualisierter Unterricht kann leicht in Beliebigkeit abdriften: "Was soll ich zusätzlich arbeiten, wenn die geringere Leistung meines Kollegen genauso genügt"?