Freitag, 18. Januar 2008

Harmonisierung III

Aus dem Schulblatt vom 18.1.08:
Das haben sich die Solothurner zu Herzen genommen und führen in Bälde das viergliedrige System ein.
Ähm1, warum mit Kleinklasse, wenn doch das integrative System nach der Aargauischen Bildungstheorie das einzig richtige ist?
Ähm2, war da nicht auch einmal von Harmonisierung die Rede?



(Heinz Wildi im Schulblatt vom 18.1.08)

" Gemein", sagte der aufrechte Sauerklee,
"dass ich mich ob der vierblättrigen Kleeblätter gehörnt fühlen muss."

Mittwoch, 16. Januar 2008

Enstlastung der Klassenlehrpersonen

Laut RR Huber (Informationsveranstaltung in Lenzburg vom 14.1.08) liegt die Verantwortung des integrativen Unterrichtens bei der Klassenlehrperson: Wer braucht welche Unterstützung, individuelle Förderung, Fachpersonen an einen Tisch bringen, Elterngespräche. Frage: Wie sieht die Entlastung von Klassenlehrpersonen im individualisierten und integrativen Unterricht aus? Reduziertes Unterrichtspensum um 1-3 Lektionen? RR Huber hat versichert, dass die Belastung von Klassenlehrpersonen noch genau untersucht wird, verbunden mit dem Hinweis, dass pro Entlastungsstunde mit rund 25 Mio Franken Mehrkosten pro Jahr zu rechnen wären. Zu befürchten ist, dass in diesem Fall Resultate von wissenschaftlichen Untersuchungen für einmal nicht umgesetzt werden können....

Mittwoch, 9. Januar 2008

Institutionalisiertes Teamteaching

34 Jahre gemeinsames Haushalten hätten meine Frau und ich ohne unsere eigenen Reviere in unserem Haus wohl kaum als Paar überlebt. Und wir lieben uns!
Lehrpersonen sind zur Zusammenarbeit verpflichtet, müssen sich aber nicht lieben.
Frage: Welche verwegene, von paartherapeutischen Grundsätzen unberührte, wohl nur schreibtischerprobte Bildungstheorie liegt der vorgesehenen Institutionalisieren des Teamteachings auf der Basisstufe zugrunde?
Das wird zwar nicht Mord und Todschlag absetzen, aber zu zwischenmenschlichen Problemen führen. Ausser für pädagogische Zwillinge, die sind aber bereits als Evaluationsteams der Basisstufe für das positives Ausgehen des Schulversuches unterwegs....
....sorry, liebe Evaluierende, war nicht so gemeint, werde halt hellhörige, wenn bei einer Evaluation nicht der Hauch eines Zweifels auftaucht.

Samstag, 5. Januar 2008

"Sie macht Hüpfen möglich"

Zitat aus der AZ vom 5.1.08
"Internationale Schule Baden Start mit Kindergarten und Primarschule im Sommer
....Die ZIS biete ein hochstehendes und kostengünstiges Angebot, lobte Rainer Huber. Attiger hob die internationale Akkreditierung heraus: Die ZIS ist mehrfach zertifiziert, hat einen global kompatiblen Lehrplan und endet im Erfolgsfall mit dem International Baccalaureate. Mit ihm stehen die Türen fast aller Universitäten weltweit offen."

Zurück in den Aargau: Antrieb für die Schulharmonisierung war ursprünglich die Aussicht auf den problemlosen Kantonswechsel für Familien: Gleiche Lehrpläne und Lehrmittel in allen Deutschschweizer Kantonen.
Darauf durfte man hoffen:
1. Die kantonalen Lehrplan- und Lehrmittelkommissionen werden zugunsten nationaler Kommissionen aufgehoben.
2. Eine nationale Lehrmittelkommision evaluiert Lehrmittel aus starker Position gegenüber Lehrmittelproduzenten und -programmierern.
3. Für jedes Schuljahr werden die Kernthemen in allen Fächern vereinheitlicht und dafür verbindliche Lehrmittel vorgeschrieben.
4. Schulstrukturen in den einzelnen Kantonen werden angepasst, wenn sie ein Hindernis für die Umsetzung dieser Ziele sind.
Die Mühlen mahlen langsam, wenn es um das Abtreten von Kantonalen (Schul-)Hoheiten geht. Umso hektischer sind die innerkantonalen Aktivitäten: So schnell wie möglich eine neue Schule auf die Beine stellen, die so gut ist, dass andere Kantone sie dann später übernehmen werden, was aber höchst unwahrscheinlich ist, da sie eben auch gerade eine neue Schule erfunden haben.
Frage: Wie viel Geld könnte gespart und sinnvoller in den Schulen eingesetzt werden, wenn man die ursprüngliche Idee der Schulharmonisierung umsetzen würde, sagen wir in einem Zeitraum von ...20 Jahren?

Förderung im Sport - Förderung in der Schule

Sportförderung hat in der Schweiz einen grossen Stellenwert: Talentierte Jugendliche werden in Leistungsgruppen zusammengefasst und so individuell gefördert. Niemand käme auf die Idee, Skiabfahrtsrennen so zu gestalten, dass auch Anfänger/innen auf ihnen bestehen könnten. (Chancengleichheit: Das Starthäuschen wird für jede/n Fahrer/in individuell festgelegt) Fragen: Warum sind Leistungsgruppen in bildungtheoretisch modernen Schulen verpönt? Warum wird eine Differenzierung nach Leistungfähigkeit für das neue 6. Primarschuljahr nicht einmal diskutiert?

Freitag, 4. Januar 2008

Interkantonale Harmonisierung der Schulstrukturen II

AZ vom 4.1.2008 - Seite "Zürich":
Damit hat der Kanton Zürich vorgegeben was "Harmonisierung der Schulstrukturen" bedeutet: Nicht nur jeder Kanton kann machen was er will, sondern auch jede (Züricher) Gemeinde. Da auch der Kanton Zürich über viele Bildungstheorektiker verfügt, die mit Studien dieses Vorgehen als das beste belegen können, stellt sich für mich die Frage: An welchem - vom Volk in beeindruckender Weise geforderten - interkantonalen Harmonisierungsmodell orientiert sich der geplante Strukturwechsel im Kanton Aargau?

Im gleichen Artikel in der AZ sieht der Verfasser
Nachteile für Limmattaler Schulabgänger/innen:
(Das grenzt - mit Verlaub - bereits an Realsatire...)
Frage: Ist es nicht auch Ziel der grossen Reformwelle, dass sich Lehrmeister bei der Auswahl der Auszubildenden wieder besser auf die Zeugnisse verlassen können..?

Mittwoch, 2. Januar 2008

Verantwortlichkeit II

Die flächendeckende Einführung von Schulleitungen hatte zum Ziel in der Schule klare (Führungs-)Strukturen zu schaffen: Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten kären und festlegen. Frage: Warum will man in der neuen Schule Aargau von diesem Prinzip abrücken und es in wichtigen Bereichen durch einen diffusen Teambegriff ersetzen? Beispiel: Die Mutter von Hansli, der im zweiten Jahr die Basisstufe besucht, findet es unangebracht, dass ihr Sohn ganze Halbtage spielend verbringt, statt seinen von privaten Abklärungen bestätigten Fähigkeiten entsprechend schulisch gefördert zu werden. Wem telefoniert sie, der Heilpädagogin, der Lehrperson I (ehemalige Kindergärtnerin) oder der Lehrperson II (ehemals EK- oder Unterstufenlehrerin)?
Sagen Sie jetzt nicht, "das lösen die Lehrenden im Team", denn genau diese Teamverantwortlichkeit hat man auf der Stufe Leitung einer Schule als unprofessionell taxiert und deshalb klare Zuständigkeiten verlangt und eingeführt.